Folge 86: Wieder spüren, wer ich bin – Selbstführung zwischen Medizin und Coaching. Ein Gespräch mit Dr. med. Frauke Bataille
Viele Führungskräfte funktionieren auf hohem Niveau – und verlieren dabei schleichend den Kontakt zu sich selbst. In dieser Folge spreche ich mit Dr. med. Frauke Bataille, Medizinerin, Coach und Mitgründerin des INHESA-Instituts, darüber, warum Selbstführung ohne Selbstwahrnehmung nicht gelingen kann – und was Körper, Nervensystem und Biologie damit zu tun haben.
Ausgangspunkt unseres Gesprächs ist ihr neues Buch
„Wieder spüren, wer ich bin“
(Erscheinungstermin: 25. Februar 2026, Kösel Verlag).
Frauke verbindet darin medizinisches Wissen mit Coaching-Praxis und zeigt: Wer dauerhaft Verantwortung trägt, braucht nicht noch mehr Optimierung – sondern eine stabile Verbindung zu sich selbst.
Themen dieser Episode
- Dis-Connect im Führungsalltag:
Warum gerade Menschen in Verantwortung den Zugang zu ihren Bedürfnissen verlieren – und wie sich das medizinisch bemerkbar macht (Stress, Schlaf, Erschöpfung, körperliche Warnsignale). - Medizin trifft Coaching:
Was Fraukes Ansatz von klassischem Coaching unterscheidet – und warum Themen wie Interozeption, Darm-Hirn-Achse, Epigenetik und Nervensystem entscheidend für gute Entscheidungen sind. - Die Metapher der „felllosen Maus in der Streichholzschachtel“:
Ein starkes Bild aus dem Buch für den Verlust von Autonomie – und ein Spiegel für viele Karrieren, die äußerlich erfolgreich sind, sich innerlich aber eng anfühlen. - Sensorship & Impathie:
Was Sensorship bedeutet – und warum Impathie (Empathie mit sich selbst) eine unterschätzte Schlüsselkompetenz moderner Führung ist. - Interozeption & Entscheidungsqualität:
Wie gut wir Herzschlag, Atmung und innere Zustände wahrnehmen, beeinflusst direkt unsere Emotionsregulation, Klarheit und Wirksamkeit. - Navigation durch Wandel – die „Lazy Eight“:
Warum Phasen des „Versandens“ besonders gefährlich für Führungskräfte sind – und wie Widerstand zum Signal für notwendige Neuausrichtung werden kann.
Praxis-Tipps von Frauke
Wenn du heute einen ersten, machbaren Schritt gehen willst:
- Schaffe kleine Zeitfenster, in denen du dich bewusst fragst:
„Wie geht es mir gerade – körperlich, emotional, mental?“ - Wahrnehmen statt bewerten. Kein Optimieren, kein Wegmachen.
- Mini-Routinen, in denen du dich spürst: Atem, Haltung, Körpersignale.
Wenige Sekunden reichen – entscheidend ist die Regelmäßigkeit.
Appell zum Schluss
„Es lohnt sich nicht, ein Leben zu leben, in dem ich selbst nicht vorkomme.“
Diese Folge ist ein Weckruf zur eigenen Authentizität – für Führungskräfte, die viel leisten, aber sich selbst wieder stärker ins Spiel bringen wollen.

